Schattenarbeit

24.06.2021

Ohne Schmerz gibt es keine Bewusstwerdung. Menschen tun alles, egal wie absurd, um ihrer eigenen Seele nicht zu begegnen.  

Carl Gustav Jung

Was ist Schattenarbeit und warum ist sie so wichtig für die Bewusstwerdung? C.G. Jung prägte den Begriff Schattenarbeit und bezeichnet damit einen Teil des Individuationsprozesses, also des Weges der menschlichen Bewusstseinsentwicklung. 

Resultierend aus unseren Erfahrungen entwickeln wir eine Persönlichkeit. Da sind wir, mit all unseren Bedürfnissen, Eigenarten, Ängsten und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung, konfrontiert mit den Anforderungen unserer Umwelt. Wir müssen uns oft anpassen, um bestimmte Ziele zu erreichen oder Rollen zu erfüllen, und bilden daher eine Persona um unser Ich. So lange man seine Rollen, die der Sozialverträglichkeit dienen, immer wieder ablegen kann, um man selbst zu sein, stellt dies auch kein Problem dar. Masken können durchaus auch dem Schutz dienen, um weniger verletzbar zu sein, oder um z.B. im Berufsleben nicht das Gesicht zu verlieren. Es kann allerdings passieren, daß wir uns zu sehr mit unseren Rollen identifizieren, weil wir uns zu stark an die Anforderungen unserer Umwelt anpassen, und somit uns selbst nicht mehr wahrnehmen können. Bei der Anpassung geschieht es nämlich, daß alles was nicht konform mit unserer Rolle geht, verdrängt wird. Wir gehen Kompromisse ein, und stellen Anteile von uns selbst in den Schatten. Alles was nicht gut und annehmbar ist, alles was uns Angst macht, alles was von unserer Umwelt oder uns selbst abgelehnt wird, wird von unserer Persönlichkeit abgespalten. Je mehr wir nun ins Unterbewusstsein verdrängen, desto mehr wird es sich unangenehm bemerkbar machen. 

Unser Unterbewusstsein bewahrt nicht nur unsere Schattenanteile auf, es versucht sie hervor zu bringen, ans Licht. Oft zeigt es sich in Träumen, oder daran wie wir auf unsere Umgebung reagieren. Wenn das Verhalten eines anderen uns stark triggert, hat es höchstwahrscheinlich etwas mit uns selbst zu tun. Das können sowohl besagte Schatten sein, als auch verdrängte Erlebnisse aus unserer Vergangenheit. Beachten wir diese Dinge nicht, zeigt es sich nicht nur in allgemeinem Unwohlsein, sondern durchaus mit starker Unzufriedenheit oder sogar Depressionen. Es ist daher überaus wichtig, sich seiner Schatten bewusst zu werden, weil man nur so zu sich selbst zurück finden kann. 

Nach dem Bewusstwerden gehört dann aber auch die Annahme, um ganz man selbst zu sein. Und hier wird es dann auch schwierig mit der Schattenarbeit. Da wir uns quasi vor uns selbst schützen, vermeiden wir es lieber, uns dem Dunklen in uns zu stellen. Denn es ist durchaus schmerzhaft, und keinesfalls leicht. Wir bleiben daher viel lieber in unserer Komfortzone, auch wenn wir spüren, daß sie nicht wirklich komfortabel ist. Es ist leichter, in alten Mustern zu verharren, weil wir uns dort sicher fühlen. Wir gewöhnen uns an unsere Rollen, oder wir sehen einfach nur keinen anderen Ausweg. Wir flüchten vor uns selbst, lenken uns ab oder verfallen sogar Süchten. Hilfreich bei der Schattenarbeit ist die Traumdeutung, da das Unterbewusstsein mit uns über Bilder kommuniziert. Aus demselben Grund kann auch das Tarot gut unterstützen, auch C.G. Jung hat damit erfolgreich gearbeitet. Die Bilder dort helfen bei der Entwicklung neuer Sichtweisen. Man darf sie halt nur nicht als Wahrsagekarten missbrauchen. 

Als überaus hilfreich sehe ich auch die kosmischen Gesetze. Wenn wir das Prinzip der Polarität, der Spiegelung, der Resonanz und von Ursache und Wirkung verstehen, erkennen wir leichter die Zusammenhänge mit unserer Psyche. 

Am deutlichsten hören wir unser Inneres aber, wenn wir in die Stille gehen, mittels Meditation. Das bedarf einiger Übung, ist aber im Grunde von jedem zu erlernen. Am besten beginnt man mit Achtsamkeits- und Atemübungen, Phantasieisen oder autogenem Training. 

Ich helfe euch gerne und unterstütze euch auf diesem Weg, möchte aber auch darauf hinweisen, daß in manchen Fällen die spirituelle Lebensberatung an ihre Grenzen stößt und ein Therapeut oder Psychologe die richtige Adresse sein kann. In solchen Fällen spreche ich eine Empfehlung aus. 

Lasst Licht ins Dunkel und tragt es nach außen. Zeigt wer ihr wirklich seid, legt die Masken ab, denn ihr seid gut und richtig so. Stellt euch euren Ängsten und entdeckt wie stark ihr seid. Es lohnt sich.

Alles Liebe,

Eure Gloria

Erstveröffentlichung 04.05.2018 Facebook

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