Raunachtbegleitung - Yule, 1. Raunacht

21.12.2021

21.12., Jul, Wintersonnenwende

Im alten Glauben wird die Erde selbst als große Göttin oder große Mutter verehrt. Zur Wintersonnenwende gebiert sie das Licht aus ihrem dunklen Schoß. Die Wiedergeburt des Lichtes ist die Rückkehr des Sonnengottes, der im weiteren Jahreskreis die Erde wieder fruchtbar machen wird.

Jetzt beginnen auch für viele Menschen die Raunächte. Diese Schwellentage gleichen die Differenz zwischen dem Mondjahr mit 354 Tagen und dem Sonnenjahr mit 365 Tagen aus. Der Name kommt nicht von der rauen Jahreszeit, wie man annehmen könnte, sondern von "Rauch". Denn dies war auch die Zeit, in der Ställe und Wohnstuben ausgeräuchert wurden. Was nicht nur einen gesundheitlichen Aspekt hat, in der Erkältungszeit auf engem Raum. In diesen kalten, dunklen Nächten rückten die Menschen näher zusammen, und erhofften sich die Gunst der Götter und die baldige Rückkehr des Lichts. Die Angst vor Hunger, Kälte und Tod prägte viele der alten Bräuche.

So in innerer Einkehr, in Stille, spürten die Menschen sich selbst und die göttlichen Energien stärker. Manchmal machte ihnen das Angst, weswegen es in der Volksmagie so viele Schutzzauber gibt. Aber sie nutzten diese Energien auch, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Zu wissen, wie es das nächste Jahr um Ernte, Geburten und Tod steht, waren Fragen, die sie beschäftigten.

In den Raunächten erzählte man sich aber auch Sagen und Mythen. Wenn es draußen stürmte und schneite, erzählte man gerne von Odin auf seinem achtbeinigen Pferd, von Holle und der wilden Jagd oder auch von Frau Percht und ihrem großen Gefolge.

Es ist also auch für uns modernen Menschen eine gute Zeit, um zur Ruhe und innerer Einkehr zu kommen. Besonders da sich das christliche Weihnachtsfest leider doch sehr zu einem Konsumfest entwickelt hat. Auf der Jagd nach Geschenken und gegenseitigen Pflichtbesuchen, Mehrarbeit in vielen Branchen, sind wir in dieser Zeit meist stärker gestresst, als im restlichen Jahr. Nie werden Generationskonflikte, Erwartungshaltungen und Enttäuschungen deutlicher ans Licht gebracht als in dieser besinnlichen Zeit und dem Fest der Liebe. Daher feier und zelebriere ich viel lieber die alten Feste und Bräuche. Sie sind urtümlicher und verbinden mich besser mit mir selbst und dem Universum.

Zur ersten Raunacht ziehen wir Bilanz und verabschieden uns von dem Alten. Dazu gehören unerledigte Arbeiten fertigstellen, Hausputz und -Räucherung, Streit beilegen und Schulden begleichen. Nach diesen Erledigungen können wir dann in Ruhe Rückschau halten.

Was lief gut im vergangenen Jahr?

Was war wichtig?

Welche wichtigen Erkenntnisse haben wir gemacht?

Was war schmerzhaft?

Was dürfen wir noch loslassen?

Aus diesen Fragen können wir uns dann auch Rituale kreieren. Beispielsweise könnte man alles Alte, welches man loslassen möchte, auf kleine Zettel schreiben und dem Feuer zur Auflösung übergeben.

Haben wir das Alte dann losgelassen, ist Platz für Neues. Ein Brauch der sich entwickelt hat, ist es 13 Wünsche für das nächste Jahr auf kleine Zettel zu schreiben und in jeder Raunacht einen davon zu verbrennen. Das Universum kümmerst sich dann um unsere 12 Wünsche, die wir dem Feuer übergeben haben. Um die Erfüllung des 13. Wunsch müssen wir uns dann selbst kümmern.

Um zu erfahren, was sonst noch Neues in unser Leben treten wird, jetzt wo wir dafür Platz geschaffen haben, könnten wir nun Orakeln. Denn die Schleier zur Anderswelt sind nun dünner.

Es gibt viele Orakelmethoden. Ob wir Runen, Pendel, Channeln oder Tarot wählen, ist reine Geschmackssache oder aber auch Begabung. Es ist auch möglich, sich einfach von seinem Gefühl leiten zu lassen und Methoden zu mischen oder abzuwechseln.

Ich persönlich schreibe mir meine Träume in dieser Zeit auf, da sie in den Raunächten häufig visionäre Anteile beinhalten, und ziehe in jeder Raunacht eine Tarotkarte. Die 1. Karte gibt mir dann das Thema für Januar, die 2. für Februar u.s.w.

Vielleicht hast du heute Lust, eines der alten Märchen zu lesen, bevor du nach Einbruch der Dunkelheit eine Tarotkarte ziehst. Und bevor du dich schlafen legst, sag deinem Unterbewusstsein, dass du dich an deine Träume erinnern möchtest und lege dir etwas zum Schreiben für morgen früh bereit. Ich wünsche dir eine besinnliche erste Raunacht und schöne Träume.

Möchtest du mehr über Raunachtsrituale und Bräuche erfahren? Möchtest lernen, wann man wie mit welchen Kräutern oder Harzen räuchert? Brauchst du Hilfe bei der Traumdeutung? Dann schreibe mir über das Kontaktformular oder buche direkt in meinem Shop das magische Raunachtangebot. Ich freue mich auf dich.

Herzlichst,
Deine Gloria

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