Gemischte Gefühle voller Dankbarkeit

04.11.2021

Es ist eine Zeit der Wandlung und Neuanfänge. Samhain und der Neumond zeigen entsprechende Analogien auf und auch die Natur selbst macht verändernde Energien deutlich.

Auch in meinem nächsten Umfeld, ist gerade viel in Umbruch. Mein Erstgeborener verlässt das heimische Nest.                                              Obwohl dies ein natürlicher Prozess ist und für alle Beteiligten gut und richtig, zeigen sich verschiedene Emotionen. 

Ich bin dankbar, dass ich meine Söhne dabei unterstützen konnte, selbständig zu werden. Abnabelung findet bei uns schon einige Jahre statt und so traut sich der Erste nun, eigene Wege zu gehen. Ich freue mich wirklich sehr für ihn. 

Ich freue mich auch darüber, dass er ein richtiges Glückskind ist. Egal wie herausfordernd vieles war und wie schwer er es sich oft selbst gemacht hat, entwickelten sich die Dinge für ihn doch immer nach seinen Vorstellungen und zu seinem Vorteil. Und das gönne ich ihm von Herzen. Auch wenn der Lerneffekt in vielen Situationen dann eher bescheiden war, da er kaum Konsequenzen zu spüren bekam. Dementsprechend langsam ging manche Entwicklung vonstatten und wir hatten unsere Reibereien.

Wenn ich mich jetzt hier umschaue, wird mir einmal mehr bewusst, dass eine neue Ordnung erst aus dem Chaos entsteht. Vorbereitungen zum Umzug gab es nicht wirklich. Er setzt manchmal einfach andere Prioritäten und ging hier recht planlos vor. Es gibt jetzt noch einiges zu tun, bevor ich mir nach Jahren wieder ein eigenes Schlafzimmer einrichten kann. Das ist anstrengend, macht mir aber auch Freude.

Mein Jüngster freut sich auch. Für seinen Bruder, aber ebenso für uns. Es wird sicher ruhiger. Die FIFA-League werden wir bestimmt nicht vermissen. Es wird leichter sein, unseren Ordnungsstandard zu halten, der von dem des Großen doch etwas abweicht.

Aber ich bin auch ein wenig wehmütig. Es ist doch gar nicht so lange her, wo er die ersten Schritte an meinen Händen machte. Wird er seinen Weg jetzt alleine gehen können? Habe ich ihm alles Wichtige vermittelt? Hätten wir nicht unsere gemeinsame Zeit intensiver nutzen müssen? 

In der letzten Zeit haben wir wieder mehr miteinander geredet. Er gestand mir, dass er gerade etwas überfordert ist. So viel Neues, an das er denken muss. Aber er macht das gut und ich bin sehr stolz auf ihn.

Er wird seinen Weg gehen. Sehr erfolgreich, da bin ich mir sicher. Genau wie sein jüngerer Bruder. Wenn die Wege auch sehr unterschiedlich sein werden.

Der Kleine steht ja auch kurz vor der Berufslaufbahn. Steckt momentan im Bewerbungsverfahren und zweifelt mal wieder an sich selbst, den gesellschaftlichen Konventionen und an der Menschheit insgesamt. An Astrologie glaubt er ja nicht, sonst würde er sich selbst vielleicht besser verstehen. Und was ich in ihm sehe, könnte er dann auch erkennen.

Ich bin dankbar für meine Söhne und stolz, ihre Mutter sein zu dürfen. Und wenn der Spruch stimmt, dass hinter jedem guten Kind eine großartige Mutter steckt, dann bin ich Supermom. Oder ich habe einfach verflixt viel Glück gehabt.


Bild von Pixaby