Diagnose Fibromyalgie

17.07.2021

Als Betroffene weiß ich, welche Fragen sich mit der Diagnose ergeben und wie schwierig es ist, Antworten zu finden. Ich möchte daher helfen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Wichtig dabei ist mir, eine ganzheitliche Sichtweise. Fibromyalgie betrifft den ganzen Körper und wirkt auch auf die Psyche und sollte schon deswegen nicht rein symptomatisch behandelt werden. Hier sind wir als Patienten in der Eigenverantwortung, denn unsere Ärzte sehen häufig nur ihren Fachbereich oder halten Fibromyalgie gar für eine Verlegenheitsdiagnose. Wir müssen also nicht nur die richtigen Ärzte finden, sondern auch oftmals die für uns wichtigen Untersuchungen und Therapien regelrecht einfordern. Dazu müssen wir selbst natürlich über unsere Erkrankung informiert sein, aber bis zur Diagnose ist es meist schon ein langer Weg. Herauszufinden was hilft, ist dann auch nochmal eine Herausforderung.

Als mein Rheumatologe die Diagnose stellte, waren die Informationen die er mir dazu gab, recht dünn.

Daran werden sie nicht sterben, aber sie müssen halt lernen damit zu leben.

Wie, musste ich dann selbst heraus finden. Er konnte nur die Diagnose stellen, mich aber nicht behandeln. Dafür wäre dann der Schmerztherapeut zuständig. Es folgte ein kurzes Besprechen der möglichen Medikamente. Antidepressiva habe ich erstmal dankend abgelehnt. Obwohl ich schon verstanden hatte, dass es zur Unterstützung des Schlafes gedacht war und nicht in der Dosierung verabreicht wird, die zur Therapie von Depressionen üblich ist.

Wichtiger als Medikamente waren mir aber die Ursachen. Ich denke, wenn man die Ursachen kennt, kann man viel gezielter behandeln. Aber auch das, musste ich mir selbst erarbeiten.

Am Anfang stehen Schmerzen

Und ganz am Anfang haben wir sie meistens ignoriert. Auch hier zeigt sich also wieder die Eigenverantwortung. Denn bevor Schmerzen chronisch werden, sind sie erstmal akut. Vielleicht noch nicht so stark, aber Schmerzen sind immer ein Warnsignal. Bei Nichtbeachtung verschlimmern sie sich. Stichwort Schmerzgedächtnis.

Die Gründe, Schmerzen zu ignorieren, sind sehr vielfältig und haben ihre Wurzeln tief in unserem Inneren und somit auch in unserer Gesellschaft. Wie Innen so Außen. Fest verankerte Glaubenssätze haben uns geprägt, die wir uns erst einmal bewusstmachen müssen, um sie auflösen zu können. Hierbei gebe ich ebenfalls Hilfestellung. Sieh dir dazu gerne meine Angebote an. Vielleicht kommen dir ja folgende Sätze bekannt vor:

Ich kann es mir nicht leisten, krank zu sein. 

Ich kann die Kollegen jetzt nicht im Stich lassen.

Was von alleine gekommen ist, geht auch von alleine.

Patienten mit Fibromyalgie gelten oft als empfindlich. Es gibt Theorien, die Schmerzwahrnehmung oder auch die Schmerzübermittlung sei gestört. Ich will nicht bestreiten, dass es so sein kann, aber es passt eigentlich nicht zum Schmerztyp der klassischen Fibropatienten. In der Schmerztherapie unterteilt man in zwei Typen: Vermeider (vermeiden den Schmerz) und Durchhalter (halten den Schmerz aus). Ein empfindlicher Mensch würde eher Schmerzen vermeiden. Patienten mit Fibromyalgie neigen aber in der Regel zum Durchhalten. 

Und zwar, weil sie es so gelernt haben. Denn viele Schmerzpatienten werden mit ihren Symptomen lange Zeit nicht ernst genommen. Wer z.B. im Teeniealter mit Rückenschmerzen zum Arzt geht, bekommt  den Rat mehr Sport zu machen. Ist mir auch passiert. Zu meiner Körperhaltung meinte der Orthopäde: "Wie ein Schluck Wasser in der Kurve".  Aber ich stand zum ersten Mal in Unterhose vor einem alten Herrn und habe wohl versucht mit meinen Schultern die Brüste zu verdecken. Sportlich war ich aber damals schon und Bilddiagnostik wurde natürlich nicht gemacht. Das erste MRT der LWS bekam ich mit Ende 40. Jetzt bin ich schlauer. Aber jetzt ist es auch eine Großbaustelle.

Also lebt man mit den Schmerzen. Jedem tut ja mal was weh. Rückenleiden hat gefühlt doch auch jeder. Dann kauft man bessere Matratzen oder Schuhe, macht noch mehr Sport zum Ausgleich der rückenbelastenden Arbeit oder holt sich hin und wieder halt eine Spritze. Und man kann sich tatsächlich auch an Schmerzen gewöhnen. Das macht es dann später sehr schwierig, den Schmerzgrad auf einer Skala von 1 - 10 zu benennen.

Wenn man also über Jahre diverse Warnsignale überhört, muss der Körper irgendwann lauter werden und es kann sich ein generalisiertes Schmerzsyndrom entwickeln. Bei mir war es nun das zentrale Nervensystem, dass unter Dauerfeuer stand, ausgehend von der LWS. Zum Arzt ging ich deswegen aber schon lange nicht mehr. Stattdessen arbeitete ich erst in der Pflege und bis vor zwei Jahren dann in einem Baumarkt. Rückenschonend war das nicht wirklich. Zum Arzt ging ich nur bei fieberhaften Infekten und Arbeitsunfällen. Und auch nur dann, wenn es wirklich nicht anders ging. Mit Gehstützen im Verkauf ging es zur Not schon mal. Ich ging dann erst in eine längere Arbeitsunfähigkeit, als ich meine Arme nicht mehr richtig benutzen konnte. Ich dachte an Sehnenscheidenentzündung, die Ärzte konnten sich nicht zwischen Tennis- oder Golferarmen entscheiden. Nach zwei Monaten zu Hause fiel mir auf, dass mir ja auch immer noch die Füße so brennen. Ich dachte immer, das läge nur an den Kilometern die ich auf der Arbeit gelaufen bin. Dann schickte mich der Orthopäde mit Verdacht auf Fibromyalgie zum Rheumatologen

Das erste, was ich nach der Diagnose lernen musste, war Selbstfürsorge, Grenzen setzen, Nein-sagen und auf meinen Körper zu hören. Und mit den ganzen falschen Glaubenssätzen war das gar nicht so einfach. Meine spirituelle Arbeit, hat mich aber sehr gut vorbereitet und mich auch psychisch relativ stabil gehalten. Auch mein Bauchtanz und Yoga war ein Segen. Aufgeben war jedenfalls nie eine Option. Was das angeht, bin ich immer noch Durchhalter.

Meine Geschichte ist nur ein Beispiel dafür, wie sich chronische Schmerzen entwickeln können. Es gibt leider noch viel mehr Ursachen, auf die ich auf dieser Seite noch eingehen werde. Weitere Artikel, auch zu Symptomen und Therapien, werden folgen. 

Ich hoffe, ich kann dir mit meinen Beiträgen helfen, mit deinen Schmerzen besser leben zu können. Solltest du persönliche Unterstützung benötigen, bin ich gerne für dich da.

Wenn dir meine Beiträge gefallen, freue ich mich über jede Unterstützung meiner Arbeit. Sei es durch Teilen, Kommentieren oder Energieausgleich via  paypal.me/allerleirauleben. Danke für deine Wertschätzung.

Alles Liebe und wenig Schmerzen, wünscht dir

Gloria