Bewusst leben und lieben

02.08.2021

Da wir ja jetzt wissen, warum Liebe ebenso wichtig für unsere Entwicklung ist wie das Stillen unserer anderen Grundbedürfnisse, sollten wir uns auch damit beschäftigen, wie bewusstes Lieben umgesetzt werden kann. 

Viele Liebesbeziehungen beginnen damit, dass wir auf äußere Reize reagieren. Etwas am Anderen, zieht uns magisch an. Wir können uns sogar gut riechen. Alle Sinne werden angeregt. Der Mensch, der unser Interesse geweckt hat, ist fortan ständig in unseren Gedanken. Und selbst der Körper reagiert, mit Herzklopfen, Schmetterlingen im Bauch, Schlaflosigkeit, Endorphine werden ausgeschüttet wie verrückt. Oft handeln wir auch völlig irrational. Durchgeknallt. Verliebt halt. Wenn es gut läuft, lernen wir den anderen immer besser kennen, und die Liebe vertieft sich. Wenn es nicht so gut läuft, flachen die Gefühle allmählich wieder ab. Als wäre man plötzlich wieder klar im Kopf. Beides ist möglich, und beides ist gleich gut. Denn mit beiden Erfahrungen lernen und wachsen wir. 

Bleiben wir aber jetzt bei der Liebe, die tiefer gehen soll. Liebe ist wie Mutterboden. Wenn daraus etwas wachsen soll, muss es gehegt und gepflegt werden. Es ist ein Trugschluss zu glauben, es reicht zusammen zu sein. Das Wie ist entscheidend. Wie verbringen wir unsere Zeit miteinander? Wie reden wir miteinander? Wie behandeln wir uns? 

Früher saßen die Paare abends oft zusammen nach ihrem Tagwerk. Tauschten sich aus, während der Mann nebenbei etwas schnitzte oder reparierte und die Frau nähte oder am Webstuhl saß. Ein schönes Bild, nicht wahr? Heute treffen sich die Paare abends eher auf dem Sofa vor dem Fernseher. Geredet wird nicht soviel. Der Tag war anstrengend, und wir verstehen uns ja auch ohne Worte. 

Was passiert in solchen Situationen? Beim zweiten Beispiel leben sich die Paare oft auseinander, oder bleiben aus lauter Gewohnheit zusammen. Sie haben sich nichts zu sagen, verlieren das Interesse am Anderen. Beim ersten Beispiel wird viel geredet und sie tun etwas gemeinsam. Und auch, wenn wir nicht mehr nähen oder schnitzen, können wir unsere gemeinsame Zeit heute noch auf diese Weise nutzen.

Lasst doch einfach mal den Fernseher aus. Setzt euch zusammen und redet, schafft etwas gemeinsam, tut euch etwas Gutes. Wenn wir in Verbindung bleiben wollen, ist es wichtig, dass wir uns austauschen. Energetisch, aber auch in Form von Kommunikation. Im Gespräch lernen wir unser Gegenüber besser kennen. Wir erfahren was er denkt und fühlt. Dabei ist das Wahrnehmen der Mimik und Gestik ebenfalls sehr wichtig. Sich beim Gespräch in die Augen zu schauen, gibt den Blick in die Seele frei. oft entdecken wir dort auch vieles von uns selbst Mir hat meine Dozentin mal gesagt, wenn wir uns verlieben, verlieben wir uns in einen Teil unseres Selbst. Je tiefer wir so in die Seele unseres Partners vordringen, desto besser lernen wir auch uns selbst kennen. Und so vertieft sich auch die Liebe füreinander. Gemeinsames Lachen und das Pflegen von Erinnerungen stärkt ebenfalls die Verbindung. Aber auch das gegenseitige Öffnen für die Interessen des Partners. Besonders intensiv empfindet man in solchen Situationen, wenn man sie sich ganz bewusst macht. 

Aber nicht nur reden ist wichtig, sondern auch Berührungen. Kleine Gesten nebenbei, die uns zeigen, dass wir wahrgenommen werden und uns vom anderen angezogen fühlen. Wie Umarmungen, Küsse und Hände halten. Oder auch mal Zeit dafür nehmen, den anderen zu verwöhnen, ihm Gutes zu tun. Und natürlich auch Sex. Egal ob sanft oder leidenschaftlich. Wichtig ist nur, dass wir auf den Menschen den wir lieben eingehen. Seine Reaktionen zeigen was gefällt, wenn wir sie nur wahrnehmen. Dafür müssen wir dann halt auch ganz bewusst sein. Es gibt kaum etwas intensiveres, als zu spüren, wie der Partner auf uns, und wir auf ihn reagieren. 

Wenn wir das alles ohne Erwartungen und Forderungen tun, uns öffnen und einfach fließen lassen, können wir in die bedingungslose Liebe finden.

Man selbst sein, und den Anderen so sein lassen wie er ist. 

Vertrauen, auch wenn man sich verletzlich zeigt. 

Achtsamkeit im Umgang miteinander und sowohl liebevolle als auch respektvolle Zuwendung. 

Das ist Liebe.

Wenn wir dann noch verstehen, dass beide zwar zu einem größeren Ganzen werden können, aber auch für sich ganz sind, und den Partner nicht brauchen, sondern bereichern, dann geben wir mehr als wir nehmen. Und doch bekommen wir so viel mehr zurück, das wir annehmen können.

Liebe ist ein Geschenk.

Bleibt in der Achtsamkeit.

Eure Gloria 


Erstveröffentlichung 26.11.2017 Facebook

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