All Hallows’ Even

31.10.2021

Heute ist Halloween, die Nacht vor Allerheiligen, und ich möchte euch von Herkunft, Bedeutung und Bräuche dieser besonderen Nacht erzählen.

Zündet jetzt also die Kerzen an, und laßt euch von mir entführen in die Welt der Sagen und Legenden, in der uns unter anderem Geister, Hexen und Götter begegnen werden.

Das Wort Halloween, ist eine Weiterentwicklung des Wortes All Hallows' Even aus dem alten Sprachgebrauch, was übersetzt Allerheiligenabend bedeutet.

Halloween wurde ursprünglich nur in katholisch gebliebenen Gebieten der britischen Inseln gefeiert, vor allem in Irland. Von dort kam es mit den irischen Auswanderern im 19. Jahrhundert in die Vereinigten Staaten. Dort gehörte es zum Brauchtum dieser Volksgruppe. Kindern anderer Einwanderer übernahmen den Brauch und so entwickelte es sich zu einem wichtigen Volksfest in den Vereinigten Staaten und Kanada.

Kürbisse zum Halloween-Fest aufzustellen, stammt ebenfalls aus Irland, dem Mutterland von Halloween. Einer Sage nach lebte dort der Bösewicht Jack Oldfield. Dieser fing durch eine List den Teufel ein und wollte ihn nur freilassen, wenn er Jack O fortan nicht mehr in die Quere kommen würde. Natürlich kam Jack als Bösewicht nach seinem Tod nicht in den Himmel, aber auch der Weg in die Hölle wurde ihm verwehrt, weil er den Teufel betrogen htatte. Der Teufel aber erbarmte sich und schenkte Jack eine Rübe und eine glühende Kohle, damit er damit durch das Dunkel wandern könnte. 

Ursprünglich war der beleuchtete Kürbisses also eigentlich eine beleuchtete Rübe, doch da in den USA Kürbisse in großen Mengen zur Verfügung standen, höhlte man stattdessen einen Kürbis aus. Dieser Kürbis war seither als Jack O'Lantern bekannt. Um böse Geister abzuschrecken, schnitt man Fratzen in Kürbisse, die vor dem Haus den Hof beleuchteten.

Wegen kommerzieller Interessen, kamen die Halloween-Bräuche nach Europa, wo sie einen spaßigen und weniger gruseligen Charakter als in Nordamerika haben. Während in den Vereinigten Staaten öffentliche Klassenzimmer mit Hexenmotiven oder Rathausvorplätze mit Jack O'Lanterns geschmückt werden, ist Halloween-Schmuck in Europa auf einzelne Geschäftslokale oder Privaträume beschränkt.

Erst seit den 1990er Jahren weden die Halloween-Bräuche in Deutschland praktiziert. Aber auch hier gibt und gab es in zeitlicher Übereinstimmung mit Halloween regional verbreitete Feste, die der Thematik des Halloween-Festes nahe stehen: Das Spielen von Streichen, das Aushöhlen von Rüben, die Rückkehr der Toten usw.

Gehen wir jetzt etwas weiter zurück, weg vom Kommerz und allem modernen Hype, und schauen uns den keltisch-heidnischen Ursprung von Halloween mal näher an.

Nicht exakt zu beweisen ist eine direkte Verbindungslinie zu dem keltisch-angelsächsischen Fest des Totengottes 'Samhain'. Einer Legende nach sollen sich die Gebräuche von der Verbindung mit diesem Totengott ableiten, vor allem der Bezug auf das Totenreich und Geister.

Das Samhain-Fest symbolisiert den Beginn des dunklen Halbjahres. Es wird am 11. Neumond nach Jul gefeiert (dieses Jahr am 4.11.21).  An diesem Tag -so glaubten die Kelten- sind die Schleier zwischen den Welten dünner, wie auch an Beltane. Daher glaubte man, dass die verstorbenen Ahnen in dieser Nacht auf der Erde wandeln, um ihre Verwandten zu besuchen. Man stellte daher Lichter in den Fenstern auf, um ihnen den Weg zu leuchten und stellt ihnen Kleinigkeiten zu essen bereit. 

Andere Interpretationen sagen, dass sich die Geister der Verstorbenen an den Lebenden rächen wollen und Unheil bringen. Deswegen war es wichtig sich zu verkleiden, um einerseits von den Geistern nicht erkannt zu werden oder sie andererseits selbst zu erschrecken.

Feuer spielten während der Feier immer eine große Rolle. Selbst noch in christlicher Zeit warfen Dorfbewohner die Knochen des geschlachteten Viehs in die Flammen. Daraus leitet sich das englische Wort "bonfire" (Knochenfeuer) ab. 

Im Gälischen gab es so eine Parallele nicht. Wenn das große Feuer entfacht war, löschten hier die Dorfbewohner alle anderen Feuer. Anschließend entzündete jede Familie ihren Herd von der gemeinsamen Flamme. So wurden Familien und Dorfgemeinschaft zusammengeschworen.

Noch viel früher, gab es in Irland und Schottland den sogenannten "alten Glauben", eine Göttinenreligion. Diesen findet man heute wieder im Neopaganismus oder Wicca-Glaube.

Dort wandelt die dreifaltige Göttin durch den Jahreskreis, der bestimmte Feste zugeordnet sind:

  • Im Frühjahr wird die jugendliche Göttin gefeiert.

  • Der Sommer ist die Zeit der Muttergöttin. Sie macht das land fruchtbar und erhält das Leben.

  • Im Winter wird die Wiedergeburt des Lebens gefeiert, symbolisiert durch die Alte, die Todesgöttin. Sie lässt sterben und wieder auferstehen. Sie bestimmt Untergang und Aufgang der Sterne und damit auch die Zyklen allen Lebens. Sie ist die alte Weise und Herrscherin der kosmischen Ordnung.

Alle drei Gestalten bilden eine Gottheit, sie sind nie völlig voneinander getrennt

Der männliche Gegenpol, der gehörnte Gott, wird in drei- oder aber in zweifacher Form verehrt. In Gestalt des jugendlichen Lichtgottes oder göttlichen Kindes und des wilden Mannes oder Herrn der Tiere und der Unterwelt. Er durchwandert Jahreskreis ebenso wie die große Göttin. Als göttliches Kind von der großen Mutter geboren, heiratet er als jugendlicher Gott die jungfräuliche Göttin in einer heiligen Hochzeit, stirbt und wird zum Herrscher des Totenreiches. Durch sich selbst gezeugt, wird er am Anfang eines neuen Zyklus wiedergeboren.

Der ein oder andere von euch kennt das vielleicht auch aus der Artussage.

Eine meiner liebsten Geschichten zu diesem Thema ist von Marion Zimmer-Bradley die Avalon Reihe.

Die wiederbelebte Naturreligion oder auch Mysterienreligion Wicca , hat ihren Ursprung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ist eine Glaubensrichtung des Neuheidentums. Wicca sieht sich auch als die "Religion der Hexen" und die meisten Anhänger bezeichnen sich selbst als Hexen.

 Wicca ist allerdings kein reiner Göttinnenkult, hier sind eine weibliche Göttin und ein männlicher Gott gleichberechtigte Partner und Repräsentanten einer polaren Natur.

Obwohl die Angehörigen der Wicca-Bewegung als Hexen bezeichnet werden, ist nicht jede Hexe auch ein Wicca - und umgekehrt. Es gibt unterschiedliche Strömungen und Glaubens- bzw. Lebensvorstellungen. In Europa "arbeiten" viele Hexen allein und nicht in Wicca Coven. Sie bezeichnen sich häufig als "freifliegende Hexen", und können jedweder Religion angehören. 

Wicca ist eine tolerante Religion. Sieerhebt keinen Anspruch auf Alleingültigkeit. Wicca lehnen Dogmatismus, Fanatismus und Diskriminierungen anderer Religionen ab. 

Die ethischen Grundsätze im Wicca basieren auf der Weisung "Solange es niemandem schadet, tu was du willst" und der Regel der dreifachen Wiederkehr "Alles, was von dir ausgeht, fällt dreifach auf dich zurück".

"Auf das Hexenrecht wirst du bauen in wahrhaftiger Liebe und echtem Vertrauen. - Leb' und lass andere leben, sei mäßig beim Geben und mäßig beim Nehmen. - Zieh den Kreis dreimal aus und halte alles Böse raus. - Die Sprüche werden wirksam sein, wenn sie geschmiedet sind im Reim. - Die Augen sanft, die Berührung zart, zuhören vor reden sei deine Art. - Wächst der Mond, geh sonnenwendig, tanz und sing das Pentakel lebendig. - Doch heult der Wolf beim blauen Eisenkraut, dann geh der Sonne entgegen, denn der Mond wird abgebaut. - Wenn der Göttin Mond in neuem Stand, küss dann zweimal ihre Hand. - Acht den Vollmond, sei bereit, für Sehnsucht im Herzen ists die rechte Zeit. - Lässt der mächtige Nordwind sich spüren, dann streich die Segel und schließ alle Türen. - Der Wind aus Süden bringt Herzen zum glühen, auch du kannst mit ihm in Leben erblühen. - Neuigkeiten wird der Ostwind entschleiern, erwarte und bereite dich vor aufs feiern. - Hat der Wind aus Westen zu befehlen, unruhig sind dann die wandernden Seelen. - Neun Hölzer sind für den Kessel gut, brenn sie schnell mit sanfter Glut. - Der Baum der Göttin ist weise und alt, schade ihm, und ihr Fluch sei dein Gehalt. - Erreicht das Jahr Walburgisnacht, brenne ihr Feuer in voller Pracht. - Ist das Rad bei Jule arriviert, zünde die Fackeln, und Pan regiert. - Alle Pflanzen sollst du hegen, denn das bringt der Göttin Segen. - Die murmelnden Gewässer sind dein Gewissen, wirf einen Stein und du wirst es wissen. - In deiner Not wirst du dich bewehren und niemals den Besitz deiner Nächsten begehren. - Lass dich nicht mit den Toren ein, denn sie bringen dich in falschen Schein. - Empfangen und Abschied mit Wärme gemacht, dein Herz wird zum glücklichen Glühen gebracht. - Das Dreifachgesetz sei dein leitender Faden, dreimal bringt's Glück und dreimal den Schaden. - Wenn Mißgeschick regiert dunkle Tage, auf deiner Stirn einen Stern dann trage. - Die, die dich lieben, wirst du niemals betrügen, sonst werden sie auch dich belügen. - Zum Schluss noch acht Worte, und da gilts: "Und schadet es niemand, tu' was du willst!"

Vier Feste gelten als die "höheren" Festtage und werden daher auch als Große Sabbate bezeichnet (andere Bezeichnungen hierfür sind teilweise Licht- bzw. Feuer-Feste oder Mondfeste)

  • Samhain

  • Imbolc

  • Beltane

  • Lughnasadh

Wie zu Beginn erwähnt, verkleiden wir uns heute, um uns vor den Geistern zu tarnen oder sie zu erschrecken.

Schaut euch um, und ihr seht Hexen, Vampire, Werwölfe und andere schaurige Gestalten.

Wer weiß schon, ob sie alle wirklich nur verkleidet sind?


Schaurig schöne Grüße,

Eure Gloria


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Bild von Pixaby