Akupunktur und andere Nadeln

29.12.2021

Mit Nadeln kam ich im Klinikum Essen-Mitte (KEM) recht häufig in Kontakt. Nicht nur zur Blutentnahme.

Die Einstiegsnadeln

Da ich mich für die Rauchentwöhnung entschied, bekam ich jeden zweiten Tag eine NADA Akupunktur. Dies ist eine Akupunkturtechnik in der je fünf Nadeln an bestimmten Punkten der Ohren gesetzt werden. Sie ist keine medizinische Behandlung, hilft aber unterstützend bei verschiedenen Therapien. Sie wirkt positiv auf Heilungsprozesse und stärkt die psychologische Verfassung, hilft bei Schlafstörungen und Stress und verbessert das allgemeine Wohlbefinden. Die Anwendung dauert etwa 30 Minuten und wurde bei mir meist während der kalten Brustwickel gemacht. (lies dazu auch meinen vorherigen Artikel: Naturheilkundliche und integrative Medizin)

Eine einfache und dennoch wirksame Unterstützung, besonders bei der Nikotinentwöhnung. Ich habe mich damit bisher immer schwer getan, wenn ich nicht gerade während der Schwangerschaften und Stillzeiten aufs Rauchen verzichtete. Und ich wollte es wirklich. Ich mochte weder Geschmack noch Geruch, aber ich war schlicht abhängig und wohl schwach im Geiste. Diesmal halfen mir meine Meditationen, die NADA Akupunktur und zu Beginn auch Nikotinpflaster. Während ich diesen Artikel schreibe, bin ich seit gut vier Wochen rauchbefreit. Und ich finde es passt auch besser zu mir und meiner Lebenseinstellung. Und machen wir uns nichts vor: Nikotin ist ein Nervengift. Es macht wenig Sinn gesund leben zu wollen, aber dem Körper weiter Gifte zuzuführen.

Fakir-Style

Eine andere Anwendung mit Nadeln war die Ganzkörper-Akupunktur zur Schmerztherapie. Vom Kopf bis zu den Füßen wurden mir an verschiedenen Punkten Nadeln gesetzt. Die meisten davon spürte ich kaum, nur wenige fühlten sich erstmal etwas fies an. Alles in allem konnte ich mich während der Behandlung aber gut entspannen. Da Bewegen in diesem Zustand nicht angeraten ist, bleibt einem ja auch nichts anderes übrig.

Profi-Edition Neuraltherapie

Bisher kannte ich diese Art der Therapie als Quaddelung. Immer wenn ich meinen Nacken so verspannt hatte, daß er regelrecht steif war, quaddelte mein Hausarzt den Nackenbereich mit einem Lokalanästhetikum. Das Mittel wird dabei recht oberflächlich injiziert und löst so die Verspannungen. Die Neuraltherapie geht wortwörtlich etwas tiefer, auch thematisch. Hier werden Nerven und Bänder umspült und auch auf innere Organe eingewirkt.

Die Neuraltherapie geht von einer Verbindung der inneren Organe mit bestimmten Bereichen der Körperoberfläche aus. Und zwar über das Nervensystem aus. Ähnlich wie bei den Akupunkturpunkten und Meridianen. In der Neuraltherapie geht man außerdem von der Existenz bestimmter Störfelder aus. Störfelder sind  chronische  Faktoren im Körper, die vielleicht selbst total unauffällig sind und keinerlei Beschwerden machen, sich aber auf  andere Bereiche im Körper auswirken. So ein Störfeld kann unsere Körperfunktionen dauerhaft schädigen und unsere natürlichen Abwehrkräfte schwächen. Dadurch können dann auch leichtere Belastungen zu Fehlfunktionen oder Schmerzen führen. Etwas, dass FMS Patienten sehr gut kennen. Die Schmerzintensität steht oft in keinem Verhältnis zum Auslöser. 

Störfelder können überall entstehen. Ganz typisch sind Tonsillen (Mandeln), Narben von OPs oder Verletzungen, Schilddrüse, Nebenhöhlen, Zahn-Kiefer-Bereich, Prostata und gynäkologische Bereiche.

Ein bekanntes Störfeld bei mir war meine Wirbelsäulenproblematik. Mein zentrales Nervensystem steht dank Spinalkanalstenose unter Dauerfeuer, die Bandscheiben sind gequetscht, die Wirbel reiben aufeinander und sind stark angegriffen und die gesamte umliegende Muskulatur ist deshalb verspannt. Weitere Störfelder sah meine behandelnde Ärztin aber vor allem im Mundraum. Ich habe einige Zahnfüllungen, auch Wurzel gefüllt, mit Amalgam. Es gesellen sich aber auch Kunststoff, Keramik und Gold hinzu. Eine wohl sehr ungünstige Mischung, da die Materialien miteinander reagieren. Das fand auch mein letzter Zahnarzt. Deshalb entfernte er eine Amalgamfüllung die direkt mit meiner Goldbrücke in Kontakt kam. Die Ärztin schüttelte nur den Kopf, als sie hörte das dies ohne Schutzvorrichtungen und ohne Ausleitung passiert ist. Sie empfahl mir daher dringend einen ganzheitlichen Zahnarzt, der sich meine Baustellen mal ansieht und entsprechend behandelt. (Ich bin schnell fündig geworden und derzeit schon in Behandlung. Es gibt viel zu tun)

Trotz guter Aufklärung und dem festen Willen diese Therapie zu versuchen, wurde ich etwas unsicher als ich die Nadeln in der Anwendung bei meiner Bettnachbarin sah. Aber ich traute mich dann doch. Zur Vorbereitung meditierte ich etwas.

Bei meiner ersten Neuraltherapie bekam ich insgesamt etwa zwanzig Injektionen mit Procain. Ein großer Teil davon im Mundbereich. Und ich muss sagen, dass ich wirklich wenig davon gespürt habe. Ich habe mich während der Injektionen nur auf meine Atmung konzentriert. Die Ärztin lobte mich, aber auch sie hat das hervorragend gemacht. Im KEM sind echte Profis bei der Neuraltherapie am Werk. Irritiert hatte sie nur, dass mir noch nicht einmal etwas schummrig wurde. Ich befolgte dennoch ihre Anordnung zur vorläufigen Bettruhe.

Was danach, vor allem aber in der Nacht dann passierte, war wirklich faszinierend. Es fühlte sich an wie ein Strömen durch meinen Körper. Ein fließen, Kribbeln, ganz besonders vom Rumpf zu den Extremitäten. Am meisten spürte ich es in den Beinen. Fast wie beim Restless-Legs-Syndrom. Aber ich hatte nicht das Gefühl, ich müsste etwas dagegen tun. Da war nicht diese unangenehme Unruhe. Aber es war aufregend. Es passierte was. Und als ich es visualisierte, war es als würden schwarze Nebelschwaden aus meinen Beinen fließen. Für mich eindeutig, dass der Schmerz auf diesem Weg meinen Körper verlässt.

Am nächsten Morgen stand ich ohne meine Dehnübungen vorher zu machen auf und hatte keinerlei Anlaufschmerzen. Und das erste Mal seit langer Zeit ging ich nicht steif und schief morgens ins Bad, sondern locker leicht. Der morgen war dann wegen meiner Termine etwas hektisch. Als ich nochmal zurück ins Zimmer musste weil ich erst meine Maske und dann meinen Behandlungsplan vergessen hatte, lief ich bereits im Laufschritt und joggte dann zur Behandlung.

Es war, als wäre mein System resettet worden. Von den ganzen Schmerzen blieben erstmal nur die Rückenschmerzen. Diese aber auch auf einem geringeren Level, eher wie damals zu den Anfängen als Jugendliche. Und die Arthrosen, besonders in den Händen. Ich weiß nicht ob es da wirklich eine Verschlimmerung gab, oder ob ich sie nur stärker wahrnahm weil so viel anderes weggefallen war. Von Schmerzlevel 9 sank ich auf 3.

Energetisch hatte sich auch viel verändert. Ich spürte eine verbesserte Intuition und einen verstärkten Energiefluss. Meine Träume wurden auch intensiver.

Die zweite Neuraltherapie verlief etwas anders. Diesmal wurde mein Tinnitus mitbehandelt, weshalb ich einige Spritzen hinter den Ohren und im Schläfenbereich bekam. Das war dann schon etwas unangenehmer, was vermutlich an den verspannten Kiefermuskeln lag. Ich bekam außerdem noch Spritzen in den linken Fuß, da dieser seit einiger Zeit Missempfindungen und Taubheitsgefühl aufwies. Nach der ersten Neuraltherapie war es schon deutlich besser, beim zweiten Mal nahm man sich ihn dann direkt vor. Auch hier bekam ich dann insgesamt wieder an die zwanzig Spritzen in verschiedene Bereiche, die als Störfelder in Verdacht standen und bisher noch nicht behandelt wurden.

Direkt nach den Injektionen ging es mir auch wieder erstaunlich gut. Aber als ich nach der verordneten 30 minütigen Bettruhe zur Toilette ging, war mir schon etwas anders. Der Kopf fühlte sich an, als wäre mir ein Helm aufgeschraubt worden und im Nacken saß wohl eine Metallkralle. Ich arbeitete nach empfohlenen Kopfschmerzschema und legte mich wieder ins Bett. Die weiteren Termine am Nachmittag ließ ich lieber ausfallen.

Da durch die Bewegungstherapien auch Muskelkater ausgelöst wurde, pendelte ich mich beim Schmerzlevel zwischen 4 und 5 ein. Was aber auch völlig in Ordnung war. Nun ist diese Therapie sicher keine Wunderheilung und ich habe jetzt nach vier Wochen gerade wieder ein Schmerzlevel von 6 erreicht. Da ich aber auch viel achtsamer geworden bin und viel früher die richtigen Maßnahmen ergreife, steigen die Schmerzen nicht mehr ganz so hoch und ich bekomme sie leichter wieder gelindert. 

Mein Körpergefühl hat sich enorm verbessert. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch.

Was sonst noch zur ganzheitlichen Therapie gehört berichte ich euch dann nächste Woche. Schaut euch bei Fragen doch ruhig die FAQs auf der Klinikhomepage an: https://kem-med.com/kompetenz-in-kliniken/fachkliniken/klinik-fuer-naturheilkunde-integrative-medizin/kontakt-informationen/ oder schreibt mir über das Kontaktformular.

Bis bald,
Deine Gloria



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